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Übersicht

Baumwolle

Leinen

Wolle

feine, edle Tierhaare

Seide

Gewebe

Gewirke

Quellenverweis:

teilweise Verwendung von Auszügen aus dem Titel "Fachwissen Bekleidung"
mit freundlicher Genehmigung des Verlages "Europa-Lehrmittel"

edle Tierhaare

 

gemeinsame Eigenschaften:
Feine Tierhaare besitzen einen dezenten Glanz, sind weich, schmiegsam und leicht.

Qualitätsmerkmale dieser Tierarten:

Tiergattung, Feinheit, Glanz, Stapellänge (=Faserlänge), Kräuselung

Ober-(=Grannen)haar: teilweise nicht verspinnbar, grob, weniger geeignet
Unter-(=Flaum)haar: sehr fein, weich, schmiegsam, sehr wertvoll


Kaschmirziege Kaschmir, auch Cashmere:
Herkunft: es ist das kostbarste und edelste Material unter den Wollprodukten und stammt von Kaschmirziegen. Sie leben im nördlichen Indien (Provinz Kaschmir), in der Mongolei, China und im Himalaya in Höhe bis 5000 m bei extremer Kälte im Winter. Die Ziegen sind mit sehr feinem, dichtem Unterhaar geschützt. Beim Fellwechsel im Frühjahr wird aus dem gesamten Fell dieses wertvolle Unterhaar von Hand ausgelesen oder ausgekämmt. Die Ausbeute pro Jahr und Tier ist sehr gering (nur 100 g Wolle). Für einen Pullover braucht man also die Jahresproduktion von etwa vier Tieren. Das erklärt auch, warum Kaschmirprodukte so teuer sind.
Eigenschaften: Kaschmir wärmt sehr gut, hat einen seidigen Glanz, ist weich im Griff und federleicht, jedoch nicht strapazierfähig.
Fasermischungen: oft wird Kaschmir auch mit Schurwolle oder Merinowolle verarbeitet. Dadurch verändern sich die Eigenschaften kaum. Es wird nur etwas strapazierfähiger und preisgünstiger.
Verwendung: Strickwaren, Schals, Mäntel und Jacken.

Mohair:
Herkunft: die langlockigen, glänzenden, weißen Haare der Angora- oder Mohairziege liefern das Mohair. Als "Kid Mohair" wird das besonders feine, glänzende Haar der jungen Ziege bezeichnet. Die Ziegen sind vorwiegend in Südafrika, Türkei und Afghanistan beheimatet. Aus Texas, Südafrika und der Türkei kommen die besten Qualitäten dieser Ziegenhaare. Etwa vier Kilo werden pro Tier im Jahr durch Schur gewonnenen.
Eigenschaften: Mohair zeichnet sich aus durch Leichtigkeit und schmeichelnden Griff, hat einen feinen Glanz, ist zart und flauschig. Trotzdem ist Mohair strapazierfähig und besitzt ein gutes Wärmerückhaltevermögen. Stricksachen aus diesem Material filzen nicht so leicht wie andere Wollqualitäten.
Fasermischungen: da reines Mohair sehr kostspielig ist und auch leicht haart, wird es meist mit anderen Fasern (z. B. Polyacryl, Wolle, Polyester) zusammen verarbeitet. Die Eigenschaften werden dadurch nicht verändert.
Verwendung: Handstrickgarne, Mäntel, Decken und Strickwaren.

Mohairziege
Kamel
Kamelhaar:

Herkunft: Die Faser wird von zweihöckerigen Kamelen (Trampeltieren) gewonnen, die in Kleinasien und Nordafrika leben. Im Frühjahr wird das feine, stark gekräuselte Haar büschelweise von den Tieren abgeworfen. Auch von bis zu einem Jahr jungen Tieren werden die Wollhaare verwendet ("Baby-Kamel", besonders wertvoll).
Eigenschaften: Das schützende Haarkleid wirkt bei den Tieren wie eine Klimaanlage. Diese Eigenschaft bleibt bei den Kamelhaardecken voll erhalten. Die glänzenden Fasern wärmen hervorragend, sind strapazierfähig und dabei leicht und weich. Kamelhaar wird nur in naturbelassenen Farben angeboten, da es sich sehr schwer einfärben läßt. Die Farbpalette reicht von fast Weiß (vom Baby-Kamel) bis zu röt-lichen Brauntönen.
Fasermischungen: Oft wird Kamelhaar mit hochwertiger Schurwolle gemischt und ist dadurch auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich. Die Eigenschaften der Kamelhaarfaser verändern sich dadurch nicht.
Verwendung: Mäntel, Jacken, Decken und Schals.

Angora:
Herkunft: In Europa und Asien wird das Angorakaninchen gezüchtet. Die sehr feinen und weichen Haare werden in gewissen Zeitabständen (ca. 3 bis 4mal im Jahr) von den Kaninchen abgeschoren oder ausgekämmt. Ganze 250 g Wolle pro Jahr gibt ein Angorakaninchen ab. Seidig-weich und bis zu ?? cm lang sind die weißen Haare.
Eigenschaften: Angora kann bis zu 60 % seines Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ist weich, fein, leicht und flauschig. Es hat ein hohes Wärmerückhaltevermögen, verfilzt jedoch leicht. Wegen der hohen wärmenden Wirkung und der Feinheit der Haare wird Angorawolle oft zu Gesundheitswäsche verarbeitet und vor allem bei Rheumakrankheiten getragen.
Fasermischungen: Selten wird Angora rein versponnen (weil zu teuer), sondern mit anderen Fasern vermischt, vorzugsweise mit Merinowolle, Alpaka sowie synthetischen Fasern. Die Haltbarkeit erhöht sich, die Eigenschaften werden aber nicht beeinträchtigt.
Verwendung: Gesundheitswäsche, Strickwaren, Sportunterwäsche und Handstrickgarne.
Achtung: Handstrickgarne nicht für Babysachen verarbeiten, da die sich ständig ablösenden feinen Härchen in die Atemwege und Augen des Babys gelangen können!

Angorakaninchen


Lama
Alpaka:
Herkunft: Alpakas sind Schafkamelarten (Lamas), die in Südamerika (Peru und Chile) gezüchtet werden oder halbwild in Höhen zwischen 4 000 und 5 000 m leben. Für das dort herrschende Klima mit extrem kalten Nächten (- 25 °C) sind sie von der Natur mit einem dicken, weichen und sehr feinen Haarvlies ausgestattet. Nur alle zwei Jahre werden diese Tiere geschoren (nicht ganz so kahl wie Schafe). Der Ertrag bleibt recht gering: lediglich zwei bis vier Kilo Naturhaare pro Tier. Besonders wertvoll ist übrigens das Haar der Jungtiere, bekannt als "Baby-Alpaca". Es wird zu hochwertigen Kinderdecken verarbeitet. Die Wollhaare zeigen eine Naturfarbpalette von Weiß über alle Brauntöne bis zu tiefem Schwarz.
Eigenschaften: Die Hauptvorzüge der Alpakawolle sind ihre große Elastizität, das hohe Isolationsvermögen und relativ geringe Gewicht, dazu ist sie sehr anschmiegsam.
Fasermischungen: Alpaka wird rein oder mit anderen Wollgarnen gemischt angeboten. Achtung: Nicht zu verwechseln mit "Alpakka". Alpakka wird aus Reißwolle hergestellt und ist die billigste und schlechteste Wollqualität.
Verwendung von Alpaka: Strickwaren, Oberbeklei-dung und Strickgarne.




Extra-Tips zur Pflege und Aufbewahrung
  • Strickwaren aus edlen Materialien (Kaschmir, Angora, Alpaka und Mohair) in kaltem bis handwarmem Wasser mit sehr wenig mildem Haarshampoo, noch besser Babyshampoo, waschen. Teile schnell waschen, nicht lange im Wasser liegenlassen. Mehrmals bei gleicher Temperatur spülen. Bei Kaschmir darf das Wasser nicht wärmer als 30 °C sein, eher kühler, danach mehrmals in kaltem Wasser spülen.
    Trocknen: Auf ein trockenes Frottiertuch oder einen Wäscheständer legen, in die richtige Form bringen und trocknen lassen. Nicht in den Wäschetrockner geben. Auch nicht in die Sonne oder an die Heizung legen.
    Bügeln: Bügeleiseneinstellung Wolle/Seide. Immer ein feuchtes Baumwolltuch dazwischenlegen oder ein Dampfbügeleisen benutzen.
  • Leichte Knitterfalten und Gerüche verschwinden schnell, wenn das Kleidungsstück in die feuchte Nachtluft gehängt wird. Oder im Badezimmer für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen: kurz die heiße Dusche aufdrehen und über Nacht darin hängen lassen (ideal auf Reisen).
  • Viele Wollsachen neigen zu "Pilling": Es bilden sich kleine Knötchen, die auf der Oberfläche durch Reibung entstehen. Diese Knötchen können durch einen Fusselrasierer (gibt’s im Fachhandel) entfernt werden. Oder die Knötchen mit einer feinen Schere abschneiden. Vorsicht: nicht abreißen, sonst wird die Faser beschädigt oder zerstört.
  • Stricksachen grundsätzlich liegend aufbewahren.
  • Pullis aus flauschigen Garnen beim Stapeln möglichst obenauf legen, damit die Härchen nicht gedrückt werden.
  • Wenn bei Mohair die feinen Härchen in der Nase kitzeln, sollten Sie Ihren Pulli einfach ein paar Stunden ins Gefrierfach legen. Oder: ein leichtes Haarspray aufsprühen.